TeamViewer, Wilhelmshilfe und Wirtschaftsförderung testen AR-basierte Lösungen in der Pflege

05.08.2022
Quelle: Wirtschaftsförderung Göppingen
Bild: TOBIAS FROEHNER

In Göppingen ging diese Woche ein einzigartiges Pilotprojekt für den Einsatz von Augmented-Reality-basierten digitalen Lösungen in der Pflege in die Evaluation. Die Projektpartner sind TeamViewer, ein weltweit führender Anbieter von Remote-Konnektivitätslösungen und Technologien zur Digitalisierung von Arbeitsprozessen, die Wilhelmshilfe e.V., ein Altenhilfeträger für Pflege und Betreuung mit über 650 Mitarbeiter*innen und mehreren Standorten im Landkreis Göppingen, sowie die Wirtschaftsförderung der Stadt Göppingen.

Ziel des Projekts war es, Prozesse in der Altenhilfe durch digitale Lösungen zu verbessern und effizienter zu gestalten. Die Pflegekräfte wurden dafür mit einer Datenbrille ausgestattet, auf der die Augmented-Reality-Lösung von TeamViewer installiert ist. Die Software ermöglicht es, Informationen wie etwa eine Abfolge von Arbeitsschritten und individuelle Besonderheiten der Bewohnerin oder des Bewohners direkt im Sichtfeld des Pflegepersonals einzublenden (Augmented Reality / AR). Dabei bleiben beide Hände frei, sodass die größtenteils manuellen Tätigkeiten in der Pflege zeitgleich mit den eingeblendeten Informationen ausgeführt werden können. Die digitale Lösung ersetzt damit das zeitaufwändige und zeitversetzte Dokumentieren der Pflegetätigkeit, erleichtert die Übergabe zwischen den Mitarbeitenden, und auch die schriftliche Dokumentation der einzelnen Schritte kann mittels Sprachaufnahmen mit der neuen AR-Lösung vollständig ersetzt werden.

Dagmar Hennings, Vorständin bei der Wilhelmhilfe: „Das Projekt wurde von allen Beteiligten sehr positiv bewertet. Durch die Möglichkeit, Einträge und Notizen direkt über Spracheingabe festzuhalten, konnte die Qualität der Dokumentation deutlich verbessert werden. Der Prototyp wurde von Mitarbeiter*innen und Bewohner*innen in der Testphase gut aufgenommen und hat gezeigt, dass Pflegekräfte mit solch einer Technologie in manchen Bereichen entlastet werden können – und so mehr Zeit für die Pflege der Bewohner*innen bleibt. Wir wollen die Digitalisierung nutzen, um die Kolleginnen und Kollegen vor Ort zu unterstützen. Daher freuen wir uns, bei einem solch zukunftsträchtigen Projekt dabei sein zu können. Gerne möchten wir das Projekt gemeinsam weiterführen. Deshalb wollen wir nun mit allen Beteiligten die technischen und finanziellen Rahmenbedingungen dafür prüfen.“

Jan Junker, Executive Vice President Solution Sales & Delivery bei TeamViewer: „Die digitale Transformation ist ein globaler Megatrend, mit dem sich längst auch Organisationen im sozialen Sektor beschäftigen. Mit unseren Augmented-Reality-Lösungen geben wir ihnen eine Möglichkeit, alle Mitarbeitenden an den Vorteilen der Digitalisierung teilhaben zu lassen – auch die, die nicht am Schreibtisch sitzen, sondern vor allem manuelle Tätigkeiten ausführen. Unser Pilotprojekt hat gezeigt, dass es in den Medizin- und Pflegeberufen ein großes Potenzial für AR-basierte Lösungen gibt.“

„Wir freuen uns sehr, dass die Wilhelmshilfe und TeamViewer durch unsere Kontaktvermittlung das gemeinsame Pilotprojekt gestartet haben. Die Aufgabe der Wirtschaftsförderung ist es, Netzwerke für Unternehmen zu schaffen und deren Kooperationen zu fördern, um Synergien zwischen den ortsansässigen Unternehmen zu schaffen“, sagt Wirtschaftsförderin der Stadt Göppingen, Christine Kumpf. „Digitalisierung bringt Chancen nicht nur für Industrie und Handwerk. Auch in der Pflege kann sie zur Entlastung der Mitarbeitenden sowie zur Attraktivität des Berufstands beitragen und die hohen Qualitäts- und Dokumentationspflichten unterstützen. Deswegen ist diese Zusammenarbeit für die Zukunft und für die Weiterentwicklung des Standortes so wichtig, auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels.“

Das Pilotprojekt war zunächst auf drei Monate ausgelegt. In den nächsten Wochen werden die Projektpartner über weitere Schritte entscheiden.

Die Kooperation entstand im Rahmen des Medical Days in Göppingen. Der Medical Day wurde auf Initiative gemeinsam von der Wirtschaftsförderung der Stadt Göppingen, IHK und HWK Göppingen, der WIF Landkreis Göppingen und der Hochschule Esslingen mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart und dem Steinbeis-Zentrum ins Leben gerufen.